Einführung
Die Peloponnes ist kein Ort für eilige Rundreisen. Neun Tage sind das Minimum, mit dem sich die Halbinsel so befahren lässt, dass am Ende nicht eine Erschöpfung bleibt, sondern der Eindruck, ein Land durchmessen zu haben, das in seiner Dichte an historischer Substanz seinesgleichen sucht. Wir haben diese Route viermal gefahren, zuerst 2019, zuletzt im Oktober 2025, und jedes Mal haben wir Details verändert, die Ankerpunkte aber beibehalten: Nauplia, Mystras, die innere Mani, Olympia und Delphi. Das sind die fünf Koordinaten, an denen sich das antike und byzantinische Griechenland gleichermassen dicht verdichtet, und der Ring von Athen wieder nach Athen ergibt, richtig gefahren, eine geschlossene Erzählung.
Diese Rundfahrt ist als Ring angelegt — Abholung und Rückgabe in Athen, kein One-Way-Aufpreis, kein Zusatzstress mit Fährüberfahrten¹. Das spart Geld und vereinfacht die Logistik. Wer den Wagen in Athen am Flughafen abholt, ist nach 25 Minuten auf der Attiki Odos und nach weiteren zwei Stunden bereits in Nauplia, der ersten Station. Die Strecke bevorzugt unbefestigte Autobahnen und modern ausgebaute Landstrassen; nur in der inneren Mani und auf dem Langada-Pass wird es bergig, und auch dort reicht ein ordentlicher Kompakter.
Die Saison ist entscheidend: April bis Juni oder September bis Oktober — das sind die Monate, in denen die Route funktioniert. Im Hochsommer verliert die Peloponnes viel von ihrem Reiz, nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen der voll besetzten Parkplätze in Mykene, Olympia und Delphi. Wir raten in diesem Kapitel nachdrücklich zu einer Frühjahrs- oder Herbstvariante.
§2 — Mietwagen abholen
Der Flughafen Athen Eleftherios Venizelos liegt 33 Kilometer östlich der Stadt und hat einen der am klarsten organisierten Mietwagen-Bereiche des Mittelmeers. Die Sammelstation befindet sich im Parkhaus gegenüber dem Terminal, erreichbar über einen überdachten Fussweg — rechnen Sie mit etwa 10 Minuten von der Gepäckausgabe bis zum Schalter.
Wir haben für diese Rundfahrt in den letzten drei Jahren verschiedene Anbieter getestet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die grossen internationalen Ketten zwar teurer sind, aber bei der Vertragsabwicklung zuverlässiger funktionieren. Lokale Anbieter können günstiger sein, verlangen aber oft eine höhere Kaution und sind bei Schadenfällen zäh in der Abwicklung¹.
Achten Sie bei der Abholung auf drei Dinge: Erstens, das Schäden-Protokoll vor der Ausfahrt — jeder Kratzer, jede Delle muss eingetragen und fotografiert sein. Zweitens, der Tankstand: voll ist voll, halb ist halb, und die Differenz wird bei Rückgabe teuer. Drittens, die Frage nach dem Upgrade. Oft wird ein „kostenloses Upgrade“ angeboten — von Kompakt auf Mittelklasse. Was meist verschwiegen wird: Das Upgrade bedeutet häufig einen Diesel statt Benziner, und der Verbrauch auf der kurvigen Bergstrasse ist spürbar höher. Wir bleiben in der Regel beim gebuchten Kompaktwagen.
Die Kaution wird auf der Kreditkarte blockiert, nicht abgebucht — typisch sind 800 bis 1.200 €. Eine Debit-Karte wird von den meisten Vermietern nicht akzeptiert. Nach der Rückgabe wird die Blockierung innerhalb von zehn Werktagen aufgehoben, manchmal länger².