Einführung
Portugal ist das älteste zusammenhängende Land Europas — die heutigen Grenzen stehen im Wesentlichen seit 1297 — und eines der am wenigsten verstandenen. Die Deutschen kommen meistens zweimal: einmal in der Zwanziger-Jahre-Phase an die Algarve, einmal in der Fünfziger-Jahre-Phase ins Douro-Tal. Zwischen beiden Besuchen liegen oft zwanzig Jahre, und das ist kein Zufall. Portugal als Reiseland lässt sich nicht im Ganzen lesen; man öffnet es einmal im Süden und einmal im Norden, und zwischen diesen beiden Öffnungen liegt ein Land, das man beim ersten Mal nicht verstanden hätte.
Dies ist der vierte Band unserer Reisebibliothek, und seine beiden Kapitel erkennen diese Zweiteilung an, statt sie zu überbrücken. Kapitel I fährt die Algarve-Rundfahrt ab Faro — sechs Tage, 420 Kilometer, die gesamte Südküste von Tavira im Osten bis Sagres im Westen, mit einem Abstecher in die Serra de Monchique. Es ist die kürzeste und vermutlich zugänglichste Route unserer gesamten Bibliothek. Wer zum ersten Mal eine Mietwagen-Rundreise ohne Stress fahren will, wird hier fündig: die Entfernungen sind gering, die Straßen gut, das Navigieren einfach, die Meeresbuchten bei jedem Wetter sehenswert.
Kapitel II ist das Gegenstück im Norden: das Douro-Tal und Nordportugal ab Porto. Sieben Tage, 580 Kilometer, durch jene Weinregion, die seit dem 18. Jahrhundert für den Portwein zuständig ist, und durch den Minho, der an die grünen Hügel Irlands erinnert, nur mit Olivenbäumen darin. Diese Route ist anspruchsvoller — nicht weil die Straßen schwierig wären, sondern weil das Fahren zwischen Peso da Régua und Pinhão so langsam wird, dass die geplanten Etappen regelmäßig platzen. Wer diese Route ernsthaft fährt, kommt mit weniger gesehen zurück, als er wollte, und mit mehr verstanden, als er für möglich hielt.
Beide Kapitel sind Rundfahrten. Beide sind so geschrieben, dass sie in der Zwischensaison funktionieren — für die Algarve heißt das März bis Juni sowie September und Oktober; für das Douro-Tal Mai, Juni und besonders die Weinlese im Oktober. Wer beides in einem Urlaub verbinden will, hängt Kapitel II an Kapitel I und gibt den Wagen bei Bedarf in Lissabon zurück — die One-Way-Gebühr zwischen FAO und OPO liegt bei 80–150 €, je nach Anbieter. Wir besprechen das in den einzelnen Kapiteln.
Spanien liegt direkt gegenüber, und seine Grenze ist offen¹. Wer die Algarve mit dem Andalusien-Klassiker aus dem dritten Band verknüpfen will, findet bei Ayamonte eine ruhige Grenzbrücke und eine Tankfüllung Unterschied in den Treibstoffpreisen — Spanien ist deutlich günstiger.
Die Preise in diesem Band wurden im April 2026 neu kollationiert³. Sollten Sie eine Tankstelle, eine Pousada oder ein Restaurant in abweichendem Zustand antreffen, schreiben Sie uns. Portugal ändert sich schneller, als es von außen scheint.