Reisebibliothek · Ausgabe MMXXVI
Band V · Kroatien
V · Band
Reisebibliothek · Der europäische Süden
Band V

Kroatien

Von Dalmatien bis Istrien — zwei Kapitel mit Mietwagen-Rundreisen entlang der kroatischen Adria, beide selbst gefahren.

Die Adria ist kein Meer, sondern ein Verhältnis.

Peter Handke

Einführung

Kroatien ist das Land, in dem die Redaktion zum ersten Mal begriffen hat, dass eine Küstenstrasse kein Transportweg sein muss. Die D8, die Jadranska Magistrala, verläuft vom Norden Istriens bis hinunter nach Dubrovnik, und wer sie einmal in der richtigen Richtung gefahren ist — von Split nach Süden, am späten Nachmittag, mit der Sonne im Rücken und dem Meer unter der rechten Kotflügel-Kante — versteht, warum Peter Handke die Adria für ein Verhältnis hielt und nicht für ein Gewässer.

Dieser Band enthält zwei Kapitel. Das erste, Die Dalmatien-Route, ist ein achttägiger Bogen von Split über Trogir, Šibenik, Zadar, Paklenica und Makarska bis nach Hvar und zurück. Sechshundertvierzig Kilometer, davon ein Drittel auf der D8, der Rest auf Seitenstrassen ins Hinterland und einmal per Fähre auf die Insel. Das zweite Kapitel, Istrien & Kvarner, ist kürzer — fünf Tage, dreihundertzwanzig Kilometer — und gehört zu den entspanntesten Rundreisen, die man auf dem europäischen Festland mit einem Kompaktwagen machen kann. Rovinj, die Trüffeldörfer des Landesinneren, ein Tagesausflug über die slowenische Grenze nach Piran, dann zurück über Opatija und Rijeka.

Beide Routen beginnen am Flughafen — Split Resnik für Dalmatien, Pula für Istrien — und enden an derselben Station. Das ist kein Versehen. One-Way-Gebühren sind in Kroatien moderat, aber die Rundfahrt hat einen praktischen Vorteil: Sie können am letzten Tag noch einmal in Ruhe ankommen, das Meer sehen, den Wagen abgeben. Ein Schluss, der wie ein Schluss aussieht, nicht wie ein Hastenmüssen.

Wir haben beide Kapitel mehrfach gefahren, zum ersten Mal 2019, zuletzt im Mai 2025. Was sich in dieser Zeit verändert hat: Die Pelješac-Brücke macht den Umweg über Bosnien überflüssig, die Preise sind seit dem Euro-Beitritt leicht gestiegen, und die Fährpläne nach Hvar sind enger getaktet. Was gleich geblieben ist: der Wind, der Ende Mai aus Nordost kommt, die Lammspeisen in den Konobas des Hinterlandes, und der Umstand, dass man in Dalmatien keine Eile haben sollte, wenn man nicht in eine Baustelle bei Omiš fahren will.

Die Mietwagen-Stationen in diesem Band decken vier Zugänge ab: Split und Pula als Haupt­einstiege, Zagreb und Dubrovnik als Alternativen. Die Auswahl ergibt sich aus den Routen — wer mit der D8 nichts anfangen kann und lieber Binnenland sucht, beginnt in Zagreb und fährt über die Plitvicer Seen hinunter zur Küste. Ein solches Kapitel steht in diesem Band noch aus; wir prüfen es für die nächste Ausgabe.

Zur saisonalen Frage: Kroatien kennt drei Reisezeiten. Mai und Juni sind die besten — warmes Meer, ruhige Gassen, erträglicher Verkehr. Juli und August sind das Gegenteil — voll, heiss, laut, teuer. Ende September und Oktober sind die verkannte Wahl: Das Wasser ist wärmer als im Juni, die Terrassen sind wieder für die Reisenden da, und die Strasse lässt sich fahren, ohne dass hinter jeder Kurve ein Reisebus hervorkommt. Fünf Tage in Istrien im Oktober, mit einem Glas Malvazija am Abend in Motovun, sind eine andere Rechnung als dieselben fünf Tage im August. Die Kapitel dieses Bandes sind für alle drei Zeiten geschrieben, aber sie bevorzugen die beiden Ränder.

Die zwei Kapitel im Einzelnen finden sich nach dieser Einführung in der Reihenfolge: zuerst Dalmatien, dann Istrien. Wer beide nacheinander fahren möchte, hängt sie an — das sind dann dreizehn Tage, etwa 960 Kilometer, und ein Band, den man mit einem Satz beschreiben könnte: die ganze kroatische Küste, ohne Abkürzung.

Abschnitt § 3 · Die Stationen S. 018

Mietwagen-Stationen
des Bandes

Die Abholstation entscheidet über den Charakter der Reise. Wir geben zu jedem Kapitel eine primäre Station an — und, wenn sich der Umweg lohnt, die bessere Alternative.

Station Warum hier Vorsicht Ab-Preis
Split Resnik (SPU) Beste Einstiegsstation für Dalmatien. Der Flughafen liegt in Kaštela, 25 km westlich der Stadt — ruhige Abholung, direkter Zugang zur D8. In den Sommermonaten lange Warteschlangen an den Rental-Schaltern. Frühe Morgenflüge oder Nachmittagsabholung bevorzugen. ab 32 €/Tag
Pula (PUY) Kleiner, kompakter Flughafen mit kurzen Wegen zu den Anbietern. Ideal für Istrien, da die Strassen direkt aus der Stadt hinausführen. Wenige Anbieter, daher im Juli und August früh buchen. One-Way nach Rijeka oder Zagreb meist ohne Aufpreis. ab 30 €/Tag
Zagreb Franjo Tuđman (ZAG) Sinnvoll, wenn die Reise durch das Binnenland führt oder von den nördlichen Plitvicer Seen aus beginnt. Von der Hauptstadt zur Küste sind es mindestens vier Stunden. Keine gute Wahl für eine reine Küstentour. ab 28 €/Tag
Dubrovnik Čilipi (DBV) Nur sinnvoll, wenn das Kapitel tatsächlich in Dubrovnik endet. Für einen Rund-Trip zurück nach Split ist der Umweg zu gross. Die Strecke von Dubrovnik nach Norden quert den neuen Pelješac-Brücken-Korridor; die alte Bosnien-Passage ist nicht mehr nötig. ab 33 €/Tag
Abschnitt § 4 · Saisontafel S. 022

Beste Reisezeit
pro Region

Region
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Dalmatien
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Istrien & Kvarner
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Binnenland (Plitvice, Zagreb)
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°

■ ausgezeichnet  ·  ▲ gut  ·  ° möglich  ·  · nicht empfohlen

Maut auf der A1 und A6

Die kroatischen Autobahnen sind gebührenpflichtig. Für die A1 von Zagreb bis Split zahlt man etwa 25 €, für den Abschnitt Rijeka–Zagreb knapp 10 €. Abgerechnet wird an Mautstellen mit Karte oder bar in Kuna-Nachfolger: Euro.

Die D8 — langsam fahren

Die Küstenstrasse D8 (Jadranska Magistrala) ist der eigentliche Reiz der Adria. Plane für jede Etappe mehr Zeit ein, als Google vorschlägt — die Strecke will halten, nicht durchfahren.

Fähren nach Hvar, Brač, Korčula

Die Jadrolinija-Fähren nehmen Autos mit, im Sommer aber immer reservieren. Alternative: Personenfähre und Auto auf dem Festland lassen. Für Hvar meist die bessere Wahl.

Grenzübertritt nach Montenegro und Bosnien

Mit dem kroatischen Mietwagen in die Nachbarländer — innerhalb der EU problemlos, nach Montenegro und Bosnien nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Vermieters. Grüne Karte prüfen. Vgl. Anmerkung ².

Anmerkungen · Fußnoten zum Band § Anmerkungen
  1. ¹ Mietwagen in Kroatien bei Localrent vergleichen. Die Redaktion arbeitet seit 2023 mit Localrent. Vor der Buchung lassen sich Preise, Kautionen, Versicherungsdetails und die erlaubten Grenzübertritte transparent vergleichen — idealerweise, bevor Sie sich für eines der oben beschriebenen Kapitel entscheiden. Bezahlt wird die Redaktion durch eine Affiliate-Provision, die den Mietpreis für den Leser nicht erhöht. Stationen in Kroatien öffnen →
  2. 2 Zum Grenzübertritt mit dem Mietwagen nach Montenegro oder Bosnien vgl. Anhang III · Grenzübertritt mit dem Mietwagen. Die Eintragung im Vertrag ist kein bürokratisches Detail, sondern Voraussetzung der Versicherungsdeckung.
  3. 3 Preisangaben in diesem Band: Stand April 2026, Mittelwerte aus Localrent-Vergleichen der Wochen 15–25/2026, Kompaktklasse, mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung.
  4. 4 Der kroatische Sommer ist laut und voll. Wer Dalmatien in Ruhe sehen will, fährt im Mai, Juni oder in der zweiten Septemberhälfte. Ende September ist das Meer immer noch warm, die Terrassen aber wieder leer.