Reisebibliothek · Ausgabe MMXXVI
Band VIII · Österreich
VIII · Band
Reisebibliothek · Der europäische Süden
Band VIII

Österreich

Ein Kapitel, das in fünf Tagen die Seenlandschaft zwischen Salzburg, Hallstatt und Gmunden abfährt — kurze Etappen, lange Nachmittage.

Es ist in diesen Tälern etwas, was den Reisenden zu einem kleineren, aufmerksameren Wesen macht.

Aus der Redaktion

Einführung

Österreich ist in dieser Bibliothek der Band, der am nächsten an den meisten Lesern liegt — und paradoxerweise derjenige, für den am wenigsten Rundreise-Material existiert. Wer aus München, Stuttgart oder Zürich mit dem Eigenwagen anreisen kann, denkt nicht zuerst an einen Mietwagen. Genau dort liegt die Lücke, die dieser Band füllt: für Reisende aus Norddeutschland, aus der Schweiz, aus Slowenien, die in Salzburg oder Innsbruck landen und von dort eine Rundfahrt durch die Alpen beginnen wollen, ohne den langen Anfahrtsweg auf der A8 zurückzulegen.

In diesem Band liegt ein einziges Kapitel: Die Salzkammergut-Rundfahrt, fünf Tage, 260 Kilometer. Es ist die kürzeste und langsamste Rundreise der ganzen Reisebibliothek, und das ist beabsichtigt. Das Salzkammergut belohnt keine Eile. Wer versucht, Hallstatt, Bad Ischl, Gosau, Mondsee und Wolfgangsee an einem Tag durch­zufahren, hat am Abend vier Parkplätze gesehen und nichts sonst. Die Etappen in diesem Kapitel sind deshalb kurz gehalten — 40, 50, höchstens 70 Kilometer — und die Nachmittage bleiben frei für das, was einem guten Salzkammergut-Tag seine Substanz gibt: eine Wanderung um einen See, ein später Kaffee in einem Gasthof, ein Bad, wenn das Wasser warm genug ist.

Die Rundfahrt beginnt in Salzburg, weil der dortige Flughafen direkt neben der Altstadt liegt und die Abholung übersichtlich ist. Innsbruck wäre denkbar — aber das führt in Richtung Tirol und Südtirol, nicht ins Salzkammergut. Wien ist keine Option; die 300 Kilometer nach Hallstatt sind eine verschenkte Anfahrt. Wer aus Wien kommt, fährt besser mit der Bahn nach Salzburg und mietet dort.

Ein Wort zur Vignette, die österreichische Autobahn-Reisende kennen. Alle Autobahnen und Schnellstrassen sind vignettenpflichtig; die 10-Tages-Vignette kostet 12,40 €. Bei einem in Österreich gemieteten Wagen ist die Vignette meist schon enthalten — trotzdem am Schalter nachfragen und am Fahrzeug prüfen. Ohne Vignette: 120 € Mindeststrafe bei der ersten Kontrolle. Vgl. Fussnote ². Für die reine Salzkammergut-Rundfahrt in diesem Kapitel ist die Vignette theoretisch nicht zwingend nötig — die 260 Kilometer lassen sich fast vollständig über Bundesstrassen fahren, und die Gegend ist schöner ohne Autobahn. Trotzdem: Wir empfehlen, die Vignette zu haben, allein um nicht an jeder Anschlussstelle auf die Karte schauen zu müssen.

Die Sondermaut-Strecken (Tauern-Tunnel, Katschberg, Brenner) liegen ausserhalb dieses Kapitels. Wer sie fahren will — etwa auf dem Weg von Salzburg nach Venedig — zahlt zusätzlich zur Vignette, pro Tunnel etwa 13 €. Die Sätze stehen an den Mautstellen angeschlagen und werden mit Karte oder bar bezahlt.

Zum Verkehr: Österreich wird im Sommer voll. Die ersten zwei Augustwochen sind das Maximum — deutsche und österreichische Schulferien überlappen sich, dazu kommen die italienischen Rückreisewochen, und die Inntal-Autobahn kennt Staus, die aus einer Vier-Stunden-Fahrt eine Sieben-Stunden-Fahrt machen. Für das Salzkammergut ist die Sommer-Dichte moderater, aber am Wolfgangsee und in Hallstatt sind die Strassen an Sommersonntagen eng. Unsere Empfehlung: Das Kapitel Ende Mai oder in der ersten Septemberhälfte fahren. Das Wasser ist warm genug zum Baden, die Terrassen sind auf, aber die Busreisegruppen sind woanders.

Die Nachbarbände dieses Bandes sind die drei Alpen-Nachbarn: Italien im Süden (Dolomiten, Südtirol), Slowenien im Südosten (Julische Alpen, direkt am Karawanken-Tunnel), Schweiz im Westen. Wer Österreich mit einem der drei verbinden möchte, findet die Anschlüsse in den jeweiligen Bänden beschrieben. Das Salzkammergut selbst bleibt in diesem Kapitel aber eigenständig — es ist keine Durchgangsregion, sondern ein Ziel, und eine Woche ist die Mindestzeit, die es verdient.

Das Kapitel folgt unmittelbar. Alternativen: Wer nur vier Tage hat, lässt Gosau aus und bleibt am Wolfgangsee; wer länger bleiben kann, hängt einen Abstecher in den Dachstein oder nach Admont an.

Abschnitt § 3 · Die Stationen S. 018

Mietwagen-Stationen
des Bandes

Die Abholstation entscheidet über den Charakter der Reise. Wir geben zu jedem Kapitel eine primäre Station an — und, wenn sich der Umweg lohnt, die bessere Alternative.

Station Warum hier Vorsicht Ab-Preis
Salzburg W. A. Mozart (SZG) Der beste Ausgangspunkt für das Salzkammergut. Der Flughafen liegt 4 km westlich der Altstadt, Kompaktterminal, schnelle Abholung. In der Winter- und Adventssaison stark frequentiert. Im Sommer dagegen entspannt. Preise im Vergleich zu Wien leicht höher. ab 38 €/Tag
Innsbruck Kranebitten (INN) Alternative für Reisen, die eher Tirol als das Salzkammergut betreffen. Direkter Zugang zur A12 Inntal. Keine sinnvolle Wahl für eine Rundreise, die in Hallstatt enden soll — Innsbruck liegt drei Stunden entfernt. ab 36 €/Tag
Wien Schwechat (VIE) Nur dann sinnvoll, wenn die Reise in Wien beginnt oder mit einem Wien-Aufenthalt verbunden ist. Von Wien ins Salzkammergut sind es etwa 300 km — dreieinhalb Stunden Autobahn, die sich durch keinen Reiz unterbrechen lassen. ab 29 €/Tag
Abschnitt § 4 · Saisontafel S. 022

Beste Reisezeit
pro Region

Region
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Salzkammergut (Seen)
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Hochalpen (Grossglockner-Strasse)
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■ ausgezeichnet  ·  ▲ gut  ·  ° möglich  ·  · nicht empfohlen

Vignettenpflicht auf Autobahnen

Österreich hat seit 1997 eine Vignette für alle Autobahnen und Schnellstrassen. Die 10-Tages-Vignette kostet 12,40 €, erhältlich an Tankstellen, am Grenzübergang oder als digitale Variante online. Bei Mietwagen meistens bereits im Preis enthalten — am Schalter nachfragen.

Sondermaut: Tauern-Tunnel und andere

Zusätzlich zur Vignette kostet die Tauern-Tunnel-Strecke (A10) extra Maut — etwa 13 € pro Durchfahrt. Auch die Grossglockner-Hochalpenstrasse ist mautpflichtig (40 € pro Auto), allerdings nur saisonal befahrbar. Für die Rundreise in diesem Kapitel sind keine Sondermaut-Strecken zwingend erforderlich.

Sommerferien-Verkehr

Die erste Augusthälfte ist in Österreich die intensivste Reisezeit. Wer an einem Samstag von Bayern nach Italien fährt, kennt die Inntal-Autobahn-Rückstaus. Für diesen Band relevant: Die Strecke zwischen Salzburg und Hallstatt ist am Wochenende in der Ferienzeit stark belastet.

Parken in Hallstatt

Hallstatt ist seit einigen Jahren von Tagesgästen überlaufen. Das Dorf ist weitgehend autofrei; Besucher parken auf einem der drei Parkplätze oberhalb des Ortes (P1–P3) und gehen hinunter. Im Sommer ab 10 Uhr oft voll — früh ankommen oder in Obertraun nächtigen und per Boot übersetzen.

Anmerkungen · Fußnoten zum Band § Anmerkungen
  1. ¹ Mietwagen in Österreich bei Localrent vergleichen. Die Redaktion arbeitet seit 2023 mit Localrent. Vor der Buchung lassen sich Preise, Kautionen, Versicherungsdetails und die erlaubten Grenzübertritte transparent vergleichen — idealerweise, bevor Sie sich für eines der oben beschriebenen Kapitel entscheiden. Bezahlt wird die Redaktion durch eine Affiliate-Provision, die den Mietpreis für den Leser nicht erhöht. Stationen in Österreich öffnen →
  2. 2 Zur österreichischen Vignette und zu den Sondermaut-Strecken Tauern, Katschberg, Karawanken und Brenner vgl. Anhang III · Grenzübertritt mit dem Mietwagen. Wichtig: Die Sondermaut wird zusätzlich zur Vignette erhoben; die Vignette ersetzt sie nicht.
  3. 3 Preisangaben in diesem Band: Stand April 2026, Mittelwerte aus Localrent-Vergleichen der Wochen 15–25/2026, Kompaktklasse mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung. Österreichische Stationen sind leicht teurer als der europäische Schnitt; die Gründe sind Lohnkosten und hoher Anteil an Mehrwertsteuer.
  4. 4 Hallstatt hat seit einer bekannten koreanischen Fernsehserie ein Besucheraufkommen, das den Ort an Sommerwochenenden an seine Grenzen bringt. Wer ihn sehen will, ohne die Warteschlange vor dem Marktplatz-Brunnen, kommt entweder vor neun Uhr morgens oder nach sechs am Abend. Dazwischen lohnt sich die Fahrt nicht.