Einführung
Österreich ist in dieser Bibliothek der Band, der am nächsten an den meisten Lesern liegt — und paradoxerweise derjenige, für den am wenigsten Rundreise-Material existiert. Wer aus München, Stuttgart oder Zürich mit dem Eigenwagen anreisen kann, denkt nicht zuerst an einen Mietwagen. Genau dort liegt die Lücke, die dieser Band füllt: für Reisende aus Norddeutschland, aus der Schweiz, aus Slowenien, die in Salzburg oder Innsbruck landen und von dort eine Rundfahrt durch die Alpen beginnen wollen, ohne den langen Anfahrtsweg auf der A8 zurückzulegen.
In diesem Band liegt ein einziges Kapitel: Die Salzkammergut-Rundfahrt, fünf Tage, 260 Kilometer. Es ist die kürzeste und langsamste Rundreise der ganzen Reisebibliothek, und das ist beabsichtigt. Das Salzkammergut belohnt keine Eile. Wer versucht, Hallstatt, Bad Ischl, Gosau, Mondsee und Wolfgangsee an einem Tag durchzufahren, hat am Abend vier Parkplätze gesehen und nichts sonst. Die Etappen in diesem Kapitel sind deshalb kurz gehalten — 40, 50, höchstens 70 Kilometer — und die Nachmittage bleiben frei für das, was einem guten Salzkammergut-Tag seine Substanz gibt: eine Wanderung um einen See, ein später Kaffee in einem Gasthof, ein Bad, wenn das Wasser warm genug ist.
Die Rundfahrt beginnt in Salzburg, weil der dortige Flughafen direkt neben der Altstadt liegt und die Abholung übersichtlich ist. Innsbruck wäre denkbar — aber das führt in Richtung Tirol und Südtirol, nicht ins Salzkammergut. Wien ist keine Option; die 300 Kilometer nach Hallstatt sind eine verschenkte Anfahrt. Wer aus Wien kommt, fährt besser mit der Bahn nach Salzburg und mietet dort.
Ein Wort zur Vignette, die österreichische Autobahn-Reisende kennen. Alle Autobahnen und Schnellstrassen sind vignettenpflichtig; die 10-Tages-Vignette kostet 12,40 €. Bei einem in Österreich gemieteten Wagen ist die Vignette meist schon enthalten — trotzdem am Schalter nachfragen und am Fahrzeug prüfen. Ohne Vignette: 120 € Mindeststrafe bei der ersten Kontrolle. Vgl. Fussnote ². Für die reine Salzkammergut-Rundfahrt in diesem Kapitel ist die Vignette theoretisch nicht zwingend nötig — die 260 Kilometer lassen sich fast vollständig über Bundesstrassen fahren, und die Gegend ist schöner ohne Autobahn. Trotzdem: Wir empfehlen, die Vignette zu haben, allein um nicht an jeder Anschlussstelle auf die Karte schauen zu müssen.
Die Sondermaut-Strecken (Tauern-Tunnel, Katschberg, Brenner) liegen ausserhalb dieses Kapitels. Wer sie fahren will — etwa auf dem Weg von Salzburg nach Venedig — zahlt zusätzlich zur Vignette, pro Tunnel etwa 13 €. Die Sätze stehen an den Mautstellen angeschlagen und werden mit Karte oder bar bezahlt.
Zum Verkehr: Österreich wird im Sommer voll. Die ersten zwei Augustwochen sind das Maximum — deutsche und österreichische Schulferien überlappen sich, dazu kommen die italienischen Rückreisewochen, und die Inntal-Autobahn kennt Staus, die aus einer Vier-Stunden-Fahrt eine Sieben-Stunden-Fahrt machen. Für das Salzkammergut ist die Sommer-Dichte moderater, aber am Wolfgangsee und in Hallstatt sind die Strassen an Sommersonntagen eng. Unsere Empfehlung: Das Kapitel Ende Mai oder in der ersten Septemberhälfte fahren. Das Wasser ist warm genug zum Baden, die Terrassen sind auf, aber die Busreisegruppen sind woanders.
Die Nachbarbände dieses Bandes sind die drei Alpen-Nachbarn: Italien im Süden (Dolomiten, Südtirol), Slowenien im Südosten (Julische Alpen, direkt am Karawanken-Tunnel), Schweiz im Westen. Wer Österreich mit einem der drei verbinden möchte, findet die Anschlüsse in den jeweiligen Bänden beschrieben. Das Salzkammergut selbst bleibt in diesem Kapitel aber eigenständig — es ist keine Durchgangsregion, sondern ein Ziel, und eine Woche ist die Mindestzeit, die es verdient.
Das Kapitel folgt unmittelbar. Alternativen: Wer nur vier Tage hat, lässt Gosau aus und bleibt am Wolfgangsee; wer länger bleiben kann, hängt einen Abstecher in den Dachstein oder nach Admont an.