Reisebibliothek · Ausgabe MMXXVI
Kapitel II · Istrien & Kvarner
5 Tage
Anhang · Praxisteil
Anhang

Istrien & Kvarner-Bucht

Einführung

Istrien ist das ruhige Gegenstück zu Dalmatien, und wer beide Kapitel dieses Bandes nacheinander fährt, bemerkt den Tonunterschied sofort. Dalmatien ist Licht, Salz, D8 und Fähren; Istrien ist Hügel, Trüffel, Olivenöl und belle époque. Die Halbinsel hat drei Gesichter — die Westküste mit Rovinj und Poreč, das bergige Hinterland um Motovun und Grožnjan, und die Kvarner-Bucht im Osten mit Opatija als Zentrum — und dieses Kapitel versucht, alle drei in fünf Tagen zu berühren, ohne zu hetzen.

Die Rundfahrt beginnt in Pula, dem südlichen Eckpfeiler der Halbinsel, wo der kleine Flughafen Pula Airport liegt und alle grossen Vermieter vertreten sind. Die Abholung ist unkompliziert — kompakter Flughafen, kurze Wege, meist kurze Warteschlangen, ausser im Hochsommer. Pula selbst ist kein Pflichtziel in diesem Kapitel (wir fahren am ersten Tag fast sofort weiter), aber das Amphitheater lohnt einen kurzen Halt, und wer am letzten Tag etwas mehr Zeit hat, kann die Altstadt besuchen.

Die besonderen Elemente dieses Kapitels sind der Tagesausflug nach Piran in Slowenien am dritten Tag (eine seltene Gelegenheit, in einer Kroatien-Rundreise auch eine andere Küstenstadt zu sehen), der Agrotourismus-Abend im Mirna-Tal, und die Küstenstrasse nach Opatija mit der Überquerung des Ćićarija-Gebirges. Die fünf Tage reichen für all das, wenn man sie nicht mit Autobahn-Fahrten füllt; das Kapitel meidet Autobahnen konsequent. Kein Mautabschnitt, keine lange Strecke, niedriges Budget — das hier ist die günstigste Rundreise der ganzen Reisebibliothek, und die Redaktion empfiehlt sie oft als Einstieg in das Format.

Der Wagen wartet in Pula¹, und ein Kompaktwagen ist die ganz richtige Wahl: Die Strassen sind schmal, die Parkplätze in den Altstädten eng, und der Kraftstoffverbrauch ist bei 320 Kilometern kaum ein Thema. Wer Cabrio fahren möchte — und Istrien mit seinem milden Mai-Wetter eignet sich dafür — zahlt etwas mehr und bekommt eine Erfahrung, die zu Dalmatien nicht passen würde, zu Istrien aber schon.

§2 — Mietwagen abholen

Der Flughafen Pula (PUY) liegt sechs Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Zwischen Terminal und Rental-Schaltern sind es zwei bis drei Minuten zu Fuss. Alle grossen Anbieter sind vertreten, und im Mai, Juni und September ist die Abholung stressfrei — selten mehr als zwanzig Minuten. Im Juli und August kann es länger dauern, und wer einen Nachmittags­flug nimmt, ist besser dran.

Die typischen Schalter-Fragen sind dieselben wie überall: Upgrade (nein, ein Kompakter reicht), Zusatzversicherung (abhängig von der Buchungsvariante), Zweitfahrer (kostet in Kroatien meist nichts oder sehr wenig, darauf bestehen wenn mehrere Fahrer vorgesehen sind), Grenzübertritt (für dieses Kapitel: nach Slowenien, was als EU-intern normalerweise problemlos ist — trotzdem erwähnen). Vgl. Fussnote ² für Details zum Grenzübertritt.

Vor der Abfahrt: Fahrzeug-Fotos, Tankstand notieren, Fahrzeugzustand im Vertrag gegenprüfen. Die erste Etappe nach Rovinj ist kurz, daher ist am ersten Tag kein Tankstellen-Stress zu befürchten.

Tag-für-Tag

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Budget

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Alternativen

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Weiterführende Kapitel

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Anmerkung zum Kapitel § Anmerkungen
  1. ¹ Mietwagen für Pula ab 30 € pro Tag bei Localrent vergleichen. Die Redaktion arbeitet seit 2023 mit Localrent; für diese Rundfahrt haben wir die Abholung in PUY sowohl vom Flughafen als auch alternativ innerhalb der Stadt geprüft. Preise, Kautionen, Versicherungen und die erlaubten Grenzübertritte lassen sich dort ohne Verschleierung nachvollziehen. Bezahlt wird die Redaktion durch eine Affiliate-Provision, die den Mietpreis für den Leser nicht erhöht. Vergleich für Pula öffnen →
  2. 2 Zum Grenzübertritt Kroatien–Slowenien vgl. Anhang III · Grenzübertritt mit dem Mietwagen. Beide Länder sind EU und Schengen, die Fahrt ist formal unkompliziert; wichtig ist allein, dass der Vermieter den Cross-Border-Status kennt, um Missverständnisse bei einem möglichen Schaden zu vermeiden.
  3. 3 Die Trüffelsaison in Istrien wird in der weissen Variante von September bis Dezember gerechnet. Das Kapitel ist für Mai bis Oktober optimiert; wer den Schwerpunkt auf Trüffel legt, fährt im Oktober oder verschiebt auf November.
  4. 4 Die slowenische Vignette ist für diesen Tagesausflug nicht zwingend nötig, solange man auf Hauptstrassen bleibt und keine Autobahn oder Schnellstrasse benutzt. Die Strecke Buje–Piran ist durchgehend Bundesstrasse. Wer Ljubljana ansteuert, braucht die Wochenvignette für 16 €.
  5. 5 Opatija wirkt wie ein kleines Karlsbad am Meer. Das liegt daran, dass es dieselben Architekten waren; der Unterschied ist das Klima. Wer beides einmal gesehen hat, versteht, warum die Habsburger das Mediterrane bevorzugten.